Vorletzten Samstag sind wir 4 Deutschen auf die Berge gewandert. Der Plan war auf den hoechsten der Huegel zu wandern, sodass man auf der einen Seite die Aussicht auf die Stadt hat, auf der anderen einen schoenen Blick auf die schneebedeckten Berge.
Einen schoenen Ausblick auf Bischkek hatten wir. Doch die schneebedeckten Berge waren leider mit Wolken verdeckt als wir oben waren. Ein schoener Ausflug war es trotzdem.
Abends waren wir dann mit vielen anderen Deutschen im Klub. War ganz interessant und so haben wir endlich alle unsere Kollegen aus Deutschland kennenlernen koennen.
Am Montag hatte Philippi dann auch Geburtstag. Gefeiert haben wir bei ihm zuhause. Auch haben wir einen Kuchen gebacken, wobei Philli den groessten Teil dabei uebernommen hat. Philipp wohnt auch als einzigster von uns VIA-Freiwilligen in einem Ein-Familien-Haus, alle anderen wohnen naemlich in einer Platte. Und so ist es bei ihm zuhause ziemlich nobel. Auch hat seine Familie im Esszimmer ein gruenes Licht, sodass alles Essen unappetitlich aussieht. Ihr koennt euch ja mal die Fotos anschauen.
Im Kinderheim hab ich mich immer noch nicht wirklich eingewoehnt. Es ist auch sehr schwer mitanzusehen, wie die Kinder sich gegenseitig fertig machen, mit Sand oder Steinen auf sich schmeissen und im naechsten Moment sich wieder troesten und sich gegen einen anderen zusammenschliessen.
Auch haben die Kinder ein spezielles Beduerfnis etwas zu besitzen, sodass ich immer wieder schauen muss, dass ich mein Armband auch wieder bekomme. Schlimmer ist es natuerlich, wenn sie mir meine Brille wegnehmen und sie mir nicht mehr wiedergeben wollen. Dann drohe ich damit, dass ich zum Direktor gehe, denn von alleine geben sie die auch nicht wieder her. Aber bisher habe ich noch alles.
Heute war ich bei den ganz kleinen Kinder und die sind ja richtig suess. Sind zwischen 3 und 5 Jahre alt, schaetze ich mal. Habe mit ihnen Duplo und andere Sachen gespielt und sie fanden es sehr amuesant auf mir rumzuklettern.
Letzte Woche wurde im Kinderheim /renoviert/. Das bedeutet, dass weisse Farbe stark mit Wasser verduennt wurde, die Wand wurde dann gestrichen und das Resultat ist nicht zu sehen, es sieht genauso aus wie vorher. Der einzige Unterschied ist, dass der Boden dann voller weisser Flecken ist, die es dann zu entfernen gilt. Ganz schoen anstrengend muss ich sagen. Aber das ist ja inzwischen auch vorbei.
Letzte Woche war ich auch zum ersten Mal richtig krank. Hatte Durchfall der uebelsten Art und das gleich 2mal. Einmal Dienstag und einmal Samstag. Dementsprechend waren Philli und ich auch nicht, wie geplant, auf dem Dordoz Basar, sondern sie lag krank im Bett und ich auch. Dafuer werden wir diesen Samstag gehen, zumindest ist das der Plan.
Gestern waren wir dann aber fit und haben uns mit den ueblichen Verdaechtigen, also mit den VIA-Freiwilligen, in der Stadt bei der Post getroffen. Von dort aus sind wir erstmal ins Internetcafe und dann in ein Cafe.
Draussen hat es gestern den ganzen Tag geregnet bzw auch geschuettet und so blieben wir auch erstmal in dem Cafe.
Danach wollten Philli und ich noch in die beta stores, das ist das tuerkische Kaufhaus hier, um nach einer Jacke fuer mich zu schauen. Als wir jedoch aus dem Bus dorthin ausgestiegen sind und direkt vor der Philharmonie standen und dort das Filmfestival stattfand, sind wir spontan dorthin.
Ich wusste von meiner Gasttante, dass es um 17.00Uhr in der Philharmonie war. Konnte mir aber nichts darunter vorstellen. Naja… wie der Zufall spielt waren wir nicht nur um kurs nach 5 dort, sondern haben am Eingang noch John’s Gastbruder getroffen, der dort mit einigen Freunden rein ist, und die uns dann gleich mitgenommen haben. John’s Gastbruder studiert gerade Deutsch im 1. Semester und so waren auch die anderen alles Mitstudenten, die ihr Deutsch ausprobieren wollten.
Doch zurueck zum Filmfestival. Es war die Auftaktveranstaltung zu den 2. internationalen Issyk-Kul Filmfestspielen.
Erst dachten wir, dass das internationale sich auf GUS beschraenkt, denn als die ersten Regisseure vorgestellt wurden, waren sie aus Kasachstan, Russland, Turkmenistan und Kirgistan. Doch es waren auch Regisseure aus den USA, Kanada, Frankreich, sowie der Tuerkei dabei. Von daher war es schon internationaler, auch wenn der Grossteil aus den GUS-Laendern kam.
Moderiert wurde die Veranstaltung auf 3 Sprachen, zuallererst natuerlich Kirgisisch, danach Russisch und sogar auf Englisch.
Wir durften dann auch den 1. Film anschauen, nach einem Buch von Tschingis Aitmatov verfilmt. Ich hab zwar nicht sonderlich viel verstanden, denn Filme haben hier die Eigenheit auf einer fremden Sprache zu sein und es wird mit einer russischen Stimme einfach druebergesprochen. Nachdem dieser FIlm von einem kasachischen Regisseur kam, war der Film auf kasachisch. Darueber gesprochen dann die monotone russische Stimme. Und verstanden hab ich deshalb nur ganz wenig.
War trotzdem interessant.
Danach haben die Jungs uns noch heimgebracht. Also ein Teil hat Philli zu Fuss begleitet, da sie ja im Zentrum wohnt, und 2 Jungs, die auch bei mir in der Naehe wohnen, haben mich mit dem Taxi und zu Fuss heimgebracht und Alik ist danach alleine durch den Regen nach Hause gelaufen.
Zu Tschingis Aitmatov haben die Kirgisen sowieso eine spezielle Verbindung. Fast jeder Kirgise kennt die ganzen Buecher von ihm. Und es ist ein wahrer Volksheld.
Viele haben mir erzaehlt, dass sie geheult haben, als er dieses Jahr gestorben ist.
Und da Kirgisen natuerlich alle irgendwie miteinander verwandt sind, hat sich herausgestellt, dass Philipps Familie direkt mit Aitmatov verwandt ist. Es ist der Onkel der Mutter.
Und es ist immer sinnvoll zu wissen, wie denn das Buch, das man gerade liest, auf Russisch heisst. Denn ich habe /Die Richtstatt/ gelesen und wurde oft gefragt wie es denn auf Russisch heisst. Habe dann gemeint, dass es das mit den Woelfen ist und nun weiss ich, dass es auf /placha/ heisst.
Um nun mal zu ein paar Gepflogenheiten hier zu kommen:
// Die Begruessung
Maenner begruessen Maenner mit einem Handschlag. Frauen wird zugenickt. Auch sonst werden Frauen nicht beachtet, sondern eher ignoriert. Unter Jugendlichen laeuft das aber auch manchmal anders ab.
// Kopftuecher
Kirgisinnen tragen ein Kopftuch sobald sie verheiratet sind, oder schon vorher, wenn sie sehr glaeubig sind. Natuerlich gibt es auch Ausnahmen.
Aber die tragen das Kopftuch hier anders, als man es aus Deutschland kennt. In Deutschland sind die Muslime dann total vermummt, hier ist es viel lockerer. Vielleicht sind man es auf einzelnen Fotos, wenn nicht, werde ich nochmal eins machen.
// Gastfreundschaft
Prinzipiell trifft man sich zum Essen. Und nicht, wie man es in Deutschland macht, um zu Reden.
Als Gastgeschenk bringt man immer etwas zu essen mit. Das kann Fleisch und Schokolade sein oder eben auch Obst und Konfekt und Joghurt. Prinzipiell wird eine Tuete mit vielen verschiedenen Sachen mitgebracht. Es wird dann immer chai angeboten, also Tee, und dann wird einem der Teller vollgepackt mit lauter Zeug. Der Hoeflichkeit halber sollte man alles aufessen und am besten auch schnell, denn das zeigt, dass es einem schmeckt.
Auch habe ich endlich den Sinn von dem Konfektregal im Mix-Markt verstanden. Denn hier gibt es ganze Laeden, die eben NUR Konfekt verkaufen. Sodass man das immer noch zum Essen auf den Tisch stellen kann.
// Einkaufen
Kirgisen kaufen grundsaetzlich alles auf dem Markt bzw Basar ein. Deshalb sind hier die normalen Supermaerkte (uebrigens sind es 24/7 Supermaerkte) auch so teuer. Auf dem Basar bekommt man alles. Von Brot, Gemuese, Fleisch, Schreibwaren, Klamotten, Schuhe, Kosmetika, Elektronikartikel, Fahrraeder und auch alles was der Baumarkt so zu bieten hat.
Natuerlich gibt es hier auch Einkaufszentren, wie z.B. das vefa center. Das ist wirklich eine Abkupferung von US-Malls, nur kleiner. Auch von den Marken, die darin vertreten sind: ecco, North Face,…
Jedoch hab ich mir sagen lassen, dass alle Haendler aus dem vefa center sich ihre Sachen auf dem Dordoy Basar besorgen, der einfach eine Riesenflaeche ist, mit lauter importierten Dinge. Zu deutsch koennte man es auch Schwarzmarkt nennen.
// Wasser und Strom
Wasser und Strom ist hier DAS Problem. Es gibt zuwenig Wasser und deswegen auch zuwenig Strom. Alle haben Angst vor dem Winter, wenn man heizen muss.
In meiner Gastfamilie wirkt sich das Sparen so aus, dass man den Wasserhahn einfach mal 10min laufen laesst, ohne das ihn jemand braucht, oder das ueberall das Licht an ist und auch ueber Nacht einfach verschiedene Lichter weiter brennen.
Natuerlich muessen sie dann solche Probleme haben, wenn alle hier so handeln. Doch irgendwie werden die nicht auf das Sparen sensibilisiert, wie wir in Deutschland, sondern eher auf das Beschweren, dass der Winter hart wird.
Wir werden sehen, was er bringen wird.
Das erstmal zu den allgemeinen Dingen.
Uebrigens habe ich eine Absage der Uni Passau bekommen. Bin auf Platz 544 der Nachruecker von 13xx.
Gerade habe ich auch nach dem diesjaehrigen NC geschaut und der lag, wie letztes Jahr, auf 2,2. Ich hoffe jetzt einfach mal, dass ich naechstes Jahr mit 2 Wartesemestern dann reinkomme.
- Wanderung auf die Berge
- in Bischkek
- Philipps Geburtstag
- in Bischkek
- Filmfestival
- in Bischkek















































