Erster Tag in Belgrad
8. August 2011
Meinen ersten wirklichen Tag in Belgrad (Samstag) verbrachte ich zu Fuß die Stadt erkundend. Ich lief einfach immer die Straße entlang, in der Hoffnung, dass ich später wieder zurückfinden würde. Irgendwann gelangte ich an eine mir bekannte Stelle, denn dort war ich den Tag zuvor in den Bus gestiegen, zusammen mit Milica, welche mich am Bahnhof abholte.
Also lief ich von dort aus Richtung Bahnhof, staunend, dass es ziemlich viele abgerissene (?), zusammengefallene (?) „Häuser“ mitten in der Stadt gibt, direkt neben serbischen Ministerien.
.
Ich lief also immer weiter und weiter und irgendwann entdeckte ich einen Markt, ich liebe (!!) Märkte. Also schlenderte ich über den Markt und fühlte mich wie in Kirgistan auf dem Osch Basar, nur in viel viel kleiner!
Vom Basar aus ging ich Richtung Sava, das ist der Fluss, der Belgrad von Neu-Belgrad trennt und nördlich der Stadt in die Donau mündet.
.
Ich lief also eine Weile am Fluss entlang, genoss die Sonne, beobachtete die vielen Radfahrer und wunderte mich, was für alte „Schiffe/Floße“ an der Sava anlagen, teilweise dachte man sich, wieso sie nicht untergingen, da sie nur aus Rost bestanden. Auch bemerkenswert war, dass das Polizeiministerium auf dem Wasser ist. Die Polizeiautos stehen dann am Ufer, logischerweise.
.
Als ich dann genug vom Wasser hatte und langsam wieder Richtung Hostel wollte, ging ich den Berg hoch zu einer Kirche. Von dort aus versuchte ich mich wieder neu zu orientieren, bis ich irgendwann wieder beim Basar angekommen war.
Auf dem Basar kaufte ich mir einige Pfirsiche und Weintrauben und suchte nun den kürzesten Weg zurück zum Hostel, was natürlich nicht dem Hinweg entsprach.
Auf dem Rückweg wurde vor einer kleinen Kirche wie verrückt Musik gespielt. Wie verrückt bezieht sich damit auf Rhythmus und Zusammenspiel der Musiker, denn man hätte denken können, dass jeder für sich irgendwie sein Instrument spielte, trotzdem klang es nicht schlecht, sondern einfach nur interessant und ungewohnt.
Der Grund war eine serbische Hochzeit, welche gerade stattfand. Ich filmte also das Schauspiel, eigentlich nur der Musik wegen, und auf einmal stellten sich vor mich 2 kleine Kinder.
.
Da ich dachte, dass sie sich fotografieren lassen wollten, machte ich ein Foto und zeigte es ihnen. Daraufhin versuchte das Mädchen mir etwas auf serbisch zu sagen. Nachdem ich das nicht verstanden hatte, kam sofort ihre Mutter, welche sagte, dass die Kinder nichts zu essen hätten und das ich ihnen gefälligst was geben soll. Ich gab den beiden also Trauben und sie gingen weg. Doch die Mutter war sturer, denn eine Freundin/Bekannte/Schwester von ihr stand neben ihr und die Mutter zeigte auf den Bauch und meinte, dass diese ebenfalls zu essen bräuchte, da sie schwanger war. Das habe ich allerdings nicht eingesehen und bin gegangen.
Einen Tag später standen sie übrigens wieder an derselben Kirche.
Ich finde es etwas traurig, dass die Kinder so von ihren Nahestehenden benutzt werden, um von Fremden etwas zu essen oder wahrscheinlich auch Geld zu bekommen.
.
- Mitten in Belgrad
- am Sava-Fluss
- Sava-Fluss
- Andacht für einen an der Straße Verunglückten
- die 2 Kinder…







