Der Fruehling kommt und damit weicht das sowjetische Grau der Bischkeker Strassen dem vollen Gruen, bei dem man weiss, warum Bischkek den Titel der /gruensten Hauptstadt der Welt/ erhalten hat.
Hier in Kirgistan passiert kaum Neues, doch trotzdem wird es nie langweilig. Diesen Zustand nennt man Alltag. Daher erzaehle ich in aller Kuerze ein paar Neuigkeiten.
So wird hier zum Beispiel gerade der ganze Spielplatz beim Kinderheim renoviert. Bezahlt wird das Ganze von grosszuegigen Spendern, grossteils Deutschen (?). Sodass der Spielplatz jetzt richtig schoen wird. Frueher war es einfach Beton- oder Steinboden, inzwischen gibt es ein richtiges Fussballfeld mit Toren und Holzspaeneboden, das Basketballfeld wird auch neu gemacht. Die Spielgeraete wurden inzwischen alle neu angestrichen und sie werden dann noch repariert und wieder fest in den Boden gebaut. Und allgemein wird der Spielplatz jetzt einfach nur schoen!
Yoga habe ich aufgrund des steigenden Preises im Fitnessstudios aufgegeben und gehe dafuer jetzt ins Tanzen, moderner Tanz. Die Lehrerin ist qualitativ wie menschlich sehr gut, genauso wie meine Mittaenzer. Ausserdem gibt es dort dann auch fuer mich 3 mal in der Woche eine Dusche, was ja wirklich schon Luxus ist.
Noch mehr Luxus ist natuerlich eine Dusche zuhause, diese hat meine Gastfamilie gestern gebaut. Es handelt sich darum um ein Platz bei uns im Garten, mit Schieferplatten blickdicht gemacht, oben steht eine grosse Tonne, in die Tonne fuellt man dann das Wasser und kann dann duschen. Super fuer den Sommer, fuer den Winter untauglich, daher heisst das auch /Sommerdusche/.
Waehrend meine Gastfamilie die Sommerdusche gebaut hat, war ich mit Olga (auch weltwaerts-Freiwillige) in Rotfront. Ein Dorf in dem frueher viele, heute nur noch 50-60 Deutsche wohnen. Von Rotfront aus sind wir in die Berge geritten und hatten wirklich einen super Blick auf einen roten Canyon, haben Rhabarber gepflueckt und gegessen, den Pferdeherden beim Weiden zugeschaut, und einfach die atemberaubende Landschaft um uns herum genossen.
Am 1. Mai war ich mit meiner Gastfamilie bei den Verwandten auf dem Land und dort erfahert man, was Landleben, und auch Gastfreundschaft, bedeutet. Einerseits natuerlich super, denn es gibt lecker essen, die Kirgisen sind ein super gastfreundliches Volk und zeigen das auch. Andererseits sieht man eben auch, wie sie sich gegenseitig noetigen Alkohol zu trinken. So wollen einige in der geselligen Runde keinen Wodka, doch es wird so lange auf sie eingeredet, bis sie den Wodka getrunken haben. Als Auslaender wird allerdings akzeptiert, wenn man keinen will und das ist auf jeden Fall von Vorteil.
Ansonsten sind die Verwandten total lieb und ich freue mich, wenn ich bald wieder dorthin fahren kann.
Das Wochenende davor war in Bischkek Jazz Spring Festival, mit Musikern aus Kirgistan, Tadschikistan, Kasachstan, Usbekistan, Russland, USA, Schweiz, Osterreich, Deutschland und Frankreich. Und Jazz ist ein weit gefaecherter Begriff. Von ruhig und besinnlich ueber experimentell und modern war wirklich alles dabei. Die Schweizer mit Akkordeon und Hackbrett, die Deutschen hingegen mit MacBook.
Es war sehr schoen, mal wieder richtig gute Musik live zu hoeren!
Ostern sind wir in die Internationale Kirche gegangen und es ist wirklich faszinierend, wieviele verschiedene Nationen dort vertreten sind. Nach dem 1. Teil fuer Ostern sind wir allerdings gegangen, da der Prediger (aus den USA) meinte, er koennte eine /Wirtschaftsordnung Gottes/ aufstellen, in der er den Mann ueber die Frau stellt.
Wir sind dann zu Anna-Maria nach Hause und dort haben wir ein richtig schoenes Osterfruehstueck gemacht.




















